Gefahrstoffübung der Feuerwehreinheiten Katzenelnbogen und Schönborn

Am 25.08.2007 fand eine Übung der Feuerwehreinheit Katzenelnbogen statt, diese mal stand eine Zugübung mit dem Schwerpunkt Gefahrstoff auf dem Programm. Da die FF Schönborn über die GAMS - Ausstattung (Ausstattung für Erstmaßnahmen bei Gefahrgutunfällen) in der VG Katzenelnbogen verfügt wurden die Kameraden der FF Schönborn in diese Übung mit einbezogen.

Die Einsatzstelle vom verunfallten LKW aus gesehen

 

 

Lage:         Verkehrsunfall eines Klein - LKW,

                     Auslaufende Gefahrstoffe aus der Ladefläche,

                     Menschenrettung des bewusstlosen Fahrers

 

Gefahrstoff: Chloraniline

Name: Chloraniline

Stoffbild: flüssig, farblos bis gelb

Gesundheitsgefahren:

giftig, Lebensgefahr bei Einatmen, Verschlucken, Hautaufnahme.

Verätzung der Augen, Haut bei Kontakt

Atemgifte bei Brand

Verunreinigtes Löschwasser kann giftige Gase freisetzen

Feuer-/Explosionsgefahr:

brennbar, flüssig, gefährliche Brandgase,

Gefahr des Behälterzerknalls

Austretender Gefahrstoff aus einem der leggeschlagenen Fässer

                  Die Warntafel kennzeichnet den            

                  verunfallten LKW und gibt Auskunft

                  über den Gefahrstoff

 

 

Eingesetzte Kräfte:     FF Katzenelnbogen mit ELW 1, RW 1, LF 10/6, TLF 16/25

                                            FF Schönborn mit TSF - W, MTF mit GAMS - Ausstattung

 

Durchführung: 

Nachdem die FF Katzenelnbogen an der Unfallstelle eintraf verschaffte sich der Zugführer einen ersten Überblick über die Lage, Danach ließ er sich durch die Besatzung des ELW 1 eine Erstauskunft des austretenden Stoffes zukommen, zeitgleich gab er den einzelnen Fahrzeugführern folgende Aufgaben:

LF 10/6: Menschenrettung unter PA mit Säureschutzhandschuhen und Pulverlöscher, Absperren des Gefahrenbereichs (50m), Bereitstellung des Sicherheitstrupp unter PA, Dreifache Sicherung des Brandschutzes

TLF 16/25: Aufbau einer Notdekon  mit Schnellangriffsleitung am Absperrbereich, Bereitstellung des Notfallrucksack zur Versorgung des Verletzten, Bereitstellen von benötigtem Material für die Notdekontamination

RW 1: Bereitstellung von Material, Unterstützung der Besatzung des TLF 16/25

Der verunfallt Klein - LKW, im Vordergrung der bewusstlose Fahrer

 

Nach der ersten Lageeinschätzung wurde durch den Einsatzleiter die Nachalarmierung der Einheit Schönborn, des Gefahrstoffzuges und eines Rettungswagen sowie Notarztes veranlast, des Weiteren die Verständigung von Bürgermeister, Wehrleiter, Ordnungsamt und Unterer Wasserbehörde durch die Besatzung des ELW 1.

Weiterhin wurde eine Gefahrstoffanfrage gestellt um nähere Informationen über den auslaufenden Stoff zu bekommen.

Die ersten Maßnahmen der Besatzung des LF 10/6 waren somit die Menschenrettung des bewusstlosen LKW - Fahrers, weitere Personen waren nicht gefährdet, diese erfolgte unter Vornahme eines Pulverlöschers durch den Angriffstrupp. Zeitgleich rüstete sich der Wassertrupp mit PA als Sicherheitstrupp aus und sperrte dann den Gefahrenbereich (50m) ab. Während dessen wurde durch den Schlauchtrupp der Brandschutz mittels C - Rohr und Mittelschaumrohr aufgebaut und danach eine Wasserversorgung vom Unterflurhydranten zum Löschfahrzeug sichergestellt.

Zeitgleich stellte die Besatzung von TLF 16/25 und RW 1 eine Notdekon mittels Saugschläuchen, Plane und Schnellangriffsschlauch her und stellten weiteres Material sowie den Notfallrucksack zur Versorgung des Patienten bereit.

Während dessen traf die FF Schönborn ein, die Kamerden hatten die Aufgabe unter leichtem CSA und mit PA die auslaufenden Flüssigkeiten einzudämmen. Nachdem ein Trupp ausgerüstet war, ging dieser zum verunfallten Fahrzeug vor und erstelte mittels Planen eine Auffangwanne in der sich die austretenden Stoffe sammelten. Danach begab sich der Trupp in die Notdekon und zeigte wie die Notdekontamination und Entkleidung der verunreinigten Schutzausrüstung vollzogen wird.

Kameraden der FF Schönborn fangen die austretende Flüssigkeit mit einer Plane auf

Im Anschluss daran wurde die Übung beendet, da an dieser Stelle der Gefahrstoffzug weitere Maßnahmen ergreifen würde. Nun ging man zur Nachbesprechung der Übung über, in dem alternative Lösungsansätze diskutiert wurden und auf kleine Fehler in der Durchführung eingegangen wurde.

Die Übung vermittelte den eingesetzten Kameraden ein nicht alltägliches Einsatzszenario welches aber durch die gute Zusammenarbeit der beiden Feuerwehreinheiten Schönborn und Katzenelnbogen erfolgreich abgearbeitet werden konnte. Die Übung brachte den Kameraden den Umgang und Ablauf im Einsatz mit Gefahrstoffen näher und zeigte praktische Lösungsansätze für einen solchen Einsatz.

An dieser Stelle vielen Dank an unseren Oberbrandmeister Oliver Scheurer, der die Übung ausarbeitete und vorbereitete!